Wassertrasse Donau als Verkehrsader

Europa ist seit dem Fall des „Eisernen Vorhangs" geprägt durch eine starke Zunahme der wirtschaftlichen Verflechtungen. Im letzten Jahrzehnt führte die Öffnung der Ostgrenzen zu einer enormen Steigerung des Handels zwischen den südosteuropäischen Donauanrainerstaaten und den EU-Ländern.

Die Intensivierung des Handels geht Hand in Hand mit einer rasanten Steigerung des Güterverkehrs-aufkommens. Dieses ist im Donauraum über alle Verkehrsträger hinweg von 1994 auf 2000 um 71% gestiegen, wobei mit 104% vor allem eine starke Zunahme auf der Straße zu bemerken war.
Der bereits bestehende Trend der länderübergreifenden Arbeitsteilung und ansteigenden wirtschaftlichen Verflechtung wird infolge der EU-Ostweiterung weiter anwachsen. Die zunehmende Integration wird den Warenverkehr intensivieren.

Das große Wirtschaftspotenzial der Donauregion und die neuen Marktchancen lassen daher im Donauraum Verkehrzunahmen weit über dem EU-Durchschnitt erwarten, die das Transportsystem in vielen Regionen an seine ökonomischen und ökologischen Grenzen stoßen lassen.
Für eine umwelt- und sozialverträgliche Bewältigung der Verkehrszuwächse im Donauraum ist somit hoher Handlungsbedarf gegeben. Die Wasserstraße Donau verfügt über Kapazitäten, um einen Anteil zur Bewältigung der beschriebenen verkehrs- und transportwirtschaftlichen Entwicklungen leisten zu können. Diese Chance gilt es zu nützen.

Durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen (z. B. Umrüstung der Schiffsflotte), ist die Donauschifffahrt mit vergleichsweise geringen Investitionen in der Lage, kurzfristig einen Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme im Donaukorridor zu leisten.
Die Donauschifffahrt bietet im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern bedeutend größere Transportkapazitäten. Ein Schubverband bestehend aus einem Motorgüterschiff und einem Schubleichter kann bis zu 3.700 Tonnen Ladung befördern. Für die gleiche Transportmenge würden umgerechnet 93 Waggons zu 40 Tonnen bzw. 148 LKWs zu 25 Tonnen benötigt. Die vermehrte Inanspruchnahme des Verkehrsträgers Binnenschiff kann somit zur Entlastung von Straße und Schiene beitragen.


Obere Donau von Strom-km 2411-1790 (Kelheim – Gönyü) Mittlere Donau von Strom-km 1790 – 930 (Gönyü – Eisernes Tor) Untere Donau von Strom-km 930 – 0
(Eisernes Tor – Sulina)
Streckenlänge 621 km 860 km 930 km
Einzugsbereich (kumuliert) 131.000 km² 568.000 km² 820.000 km²
Gefälle 0,20-0,45 ‰ 0,06 ‰ 0,05 – 0,01 ‰
Fallhöhe ~ 250 m ~ 70 m ~ 35 m

Quelle: Via Donau

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